
Der Fluss des Qi
Besteht im Körper eine perfekte Harmonie, so ist auch der Qi Fluss im Körper ausgeglichen. In der alten chinesischen Krankheitsbekämpfung wird davon ausgegangen, dass im menschlichen Körper innere Funktionskreise und Elemente vorhanden sind, die mit einem Energiefluss in Verbindung stehen. Dieser Energiefluss verläuft teilweise an der Körperoberfläche und auch leicht darunter. Nach daoistischem Weltbild sind das Lenker- und Dienergefäß die wichtigsten Bahnen. Die Kanäle des Energieflusses werden Meridiane oder Leitbahnen genannt. In den genannten Meridianen fließt die Lebensenergie. In der chinesischen Medizin spricht man von zwölf Hauptmeridianen. Jeder davon ist zu einem Organ beziehungsweise einem Organsystem eingeordnet. Auf den Meridianen beispielsweise liegen Akupunkturpunkte. Gesundheit ist in der chinesischen Medizin mit einem freien und ausreichenden Fluss des Qi verbunden. Wenn beispielsweise zu wenig Qi fließt, kann schädliches Qi in die Kanäle eindringen und das betreffende Organ schädigen.
Obwohl es keinerlei Belege für die Existenz von Leitbahnen im menschlichen Körper gibt, sollten verschiedene Meridiantherapien Patienten beim Gesundwerden helfen. Nachweislich lassen sich durch die Akupunktur beispielsweise Beschwerden lindern.
Nach der chinesischen Medizin ist Krankheit ein Produkt eines unharmonisch verlaufenden Qi. Das kann ein mangelnder Qi-Fluss durch Stockung etwa, oder auch ein Mangel an Qi selbst sein. Auch durch ein verbrauchtes Qi, welches nicht abgeleitet wurde, können Krankheiten entstehen. Durch verschiedene Praktiken kann ein Ausbalancieren des Qi-Flusses im Körper erreicht werden. Dies ist beispielsweise durch Pflanzenmedizin, mit speziellen Diäten und Ernährungslehren sowie mit der Akupunktur möglich.
Das den Körper ein Qi-Strom durchfließt ist ein wesentlicher Teil des daoistischen Weltbildes. Diese Tatsache basiert schon auf sehr frühen chinesischen Vorstellungen. Auch heute noch werden diese Vorstellungen von vielen Menschen in Asien getragen. Die Entdeckung von Bazillen als Krankheitsträger überraschte die chinesische Medizin nicht, da dies aus daoistischer Sicht schon seit über zweitausend Jahren bekannt war.
Bei Menschen in westlichen Kulturkreisen hat sich mit der Beschäftigung mit den chinesischen Lehren und der Übernahme von Techniken das Qi-Konzept bereits in den siebziger Jahren zunehmend verbreitet. Der Qi-Fluss wird als eine besondere Art physikalischer Energie bezeichnet, diese ist zwar nicht nachweisbar, sondern wird eher als metaphysischer Natur verstanden. Das Konzept des Qi-Flusses kommt auch in anderen Kulturen vor.
Da der Fluss des Qi nicht auf logischen rationalen Schlüssen beruht, wird dies von naturwissenschaftlich denkenden Menschen oftmals kritisiert. Die Kritik beruht darauf, dass keine objektive Überprüfung anhand von messbaren Werten möglich ist. Somit wird der Fluss des Qi als unwissenschaftlich abgetan.
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